Was ist eine Filterblase?

Google, Facebook und Co. präsentieren uns eine Welt, die anhand unseres Nutzungsverhaltens für uns maßgeschneidert wird. Der Gedanke dahinter ist, die Nutzung der Plattformen so angenehm wie möglich zu machen und uns so lange wie möglich dort festzuhalten. Es werden kontinuierlich Daten von uns gesammelt, die dann dazu genutzt werden, um uns Suchergebnisse, Werbeanzeigen und Postings anzuzeigen, die wir mit einer großen Wahrscheinlichkeit auch anklicken. Die Schwierigkeit dabei ist, dass wir aufgrund der Algorithmen der verschiedenen Plattformen nur indirekt Einfluss darauf haben, was in die Blase kommt. Und was noch schlimmer ist: Wir haben keine Möglichkeit, zu sehen, was außerhalb der Blase liegt.

Dadurch gehen uns Informationen, politische Argumente und andere Blickwinkel verloren. Es wird schwieriger, die Standpunkte anderer politischer und gesellschaftlicher Gruppen nachzuvollziehen. Unreflektiert kann diese Einseitigkeit zu Vorurteilen und Schwarz-Weiß-Denken führen.

Vorteile einer Filterblase

Bei der Datenflut, die uns im Internet täglich begegnet, helfen uns Filterblasen, den Überblick zu behalten. Mit Sozialen Medien bauen wir uns einen Pool aus Nachrichten, der beliebig erweitert werden kann, schließlich hat ja jeder die Möglichkeit, auch solche Seiten zu liken, die nicht der eigenen Meinung entsprechen. Und auch schon früher hatten Medien inhaltliche Bezüge zu bestimmten politischen Richtungen.

Nichts als heiße Luft

Facebook versucht schon seit einiger Zeit die Öffentlichkeit davon zu überzeugen, dass die Filterbubble nur ein Mythos sei. Den Algorithmus, der den Informationsfluss für jeden Nutzer individuell anpasst, gibt es natürlich. Der Einfluss auf die Wahrnehmung der Welt sei aber gering, sagen Wissenschaftler vom Facebook Data-Team.

Laut einer Studie derselben Wissenschaftler, die Daten von 1,2 Milliarden Nutzern auswertet, werden Links von engen Freunden weniger geteilt als die von Bekannten. Das liege daran, dass Bekannte andere Quellen und Einflüsse haben als wir. Die Wahrscheinlichkeit, dass der Inhalt dieser Links neu für uns ist, sei also höher.

Bei 500+ Facebook Freunden, haben wir aber auch viel mehr „Bekannte“ als echte Freunde. Die Wahrscheinlichkeit, dass einer von denen mal einen Link teilt, der interessant ist, ist also viel höher als bei engen Freunden.

Und das sagt ihr zur Filterbubble:

Filterblasen sind auch bei euch ein heiß diskutiertes Thema. Wir haben bereits einige eurer Kommentare zum Thema gesammelt, aber wollen noch mehr wissen. Welche Vorteile siehst du an deiner Filterblase? Hast du das Gefühl, eingeschränkt zu sein? Hast du, um der Filterblase zu entgehen, Seiten gelikt, die deiner Meinung widersprechen? Schreib’ uns auf Facebook und Twitter unter #ungefiltert.